
21.12.2007
Hallo Franziska!
Ich wollte schon viel früher damit anfangen aber ich hatte ständig etwas anderes zu tun. Naja, wo fange ich jetzt an? Ah ich weiß...
Es war Ende Februar als Dein Vater und ich uns entschieden eine Familie zu gründen. An Ostern hatte ich dann den Verdacht dass ich schwanger sein könnte. Damals stand auch bereits fest dass Du Franziska heißen wirst (wenn Du ein Junge geworden wärst würdest Du Philipp heißen) Nach Ostern bestätigte meine Ärztin dass es Dich gibt. Von nun an waren wir nicht mehr alleine.
Bei der ersten Ultraschalluntersuchung war Dein Papa leider nicht dabei. Ich hatte Tränen in den Augen als ich auf dem Bildschirm Dein kleines Herz klopfen sah. Es war winzig klein aber es hat heftig gearbeitet. Dein Papa hatte leider erst zwei Wochen später dieses Vergnügen - seine Reaktion war die Gleiche.
Die nächsten Wochen waren toll. Ich habe zwar oft geweint aber ich weiß bis heute noch nicht warum, ich glaube dass ist normal in der Schwangerschaft. Richtig schön war es als ich Deine Bewegungen spürte. Du hast mich getreten und Dich gedreht. Oft hattest Du einen heftigen Schluckauf, meistens wenn wir beim Arzt am CTG waren. Wir haben immer ewig gebraucht um Deine Herztöne richtig aufzunehmen. Ach, ich war so glücklich! Jeder Tag der verging war ein Tag weniger bis ich Dich endlich kennen lerne.
Gegen Ende der Schwangerschaft wurde mein Bauch immer mehr zu Behinderung für mich, ich konnte mich kaum noch bewegen. Zu allem Überfluss bekam ich auch noch Wasser in Armen und Beinen. Ich sah aus wie ein Wal auf Beinen. Der errechnete Termin Deiner Geburt (10.12.07) rückte immer näher. Ausgerechnet in dieser Zeit waren viele Veranstaltungen zu denen ich gerne gegangen wäre - aber wir haben ja mir Dir gerechnet. Alles war fertig, Dein Zimmer war eingerichtet und eine Wiege wartete auf Dich. Ein wenig Angst hatte ich schon vor der Geburt aber die Freude auf Dich war größer. Der 10.12.07 kam und ich musste ins Krankenhaus. Das hatte meine Ärztin angeordnet weil sie dachte dass nötig sei. Ich musste ans CTG, bekam Tabletten um die Wehen einzuleiten und einen Infusions-Zugang am Handgelenk. Alles wartet auf die Wehen... aber sie kamen nicht. Ich hatte bereits am Tag zuvor geweint weil ich nicht ins Krankenhaus wollte. Jetzt war ich total am Boden zerstört. Drei Tage lang musste ich alle drei bis vier Stunden ans CTG und bekam jedes Mal ein bis zwei der Tabletten für die Wehen. Bis Abends hatte ich leichte Wehen. Die Ärztin im Krankenhaus sagte ich solle mich schlafen legen damit ich bei der Entbindung fit bin. Bis ich morgens wieder wach wurde waren die Wehen verschwunden. Nach drei Tagen schickte mich die Ärztin nach Hause. Sie sagte dass es Dir gut geht und ich einmal am Tag zur Untersuchung kommen muss. Ich kann heute kaum glauben was ich in den Tagen Zuhause alles gemacht habe in der Hoffnung die Wehen würde anfange. Es fing an mit Treppensteigen und heiß Baden - das waren die harmlosen Sachen. Dann kam der Wehentee, der schon eklig war und am schlimmsten war der Wehencocktail... der war die Hölle!!! Alles hat nichts gebracht. Also musste ich am 20.12. wieder ins Krankenhaus zum einleiten. Es war alles wie beim ersten Mal. Der nächste Tag war anders. Wie immer ging ich um acht Uhr in den Kreissaal ans CTG. Ich wartete auf meine Tablette als die Ärztin kam und mir sagte dass sie gerne etwas anderes ausprobieren möchte da die Tabletten nichts gebracht hätten. Jetzt bekam ein Wehen-Gel und musste wieder warten. Dein Papa war da, auch er wartete darauf Dich kennen zu lernen. Er konnte Dich in der Schwangerschaft ja leider nicht spüren, er konnte nur Durch meinen Bauch mit Dir reden. Ab und zu legte er die Hand auf meinen Bauch wenn Du Dich bewegt hast und freute sich wenn er etwas gemerkt hat. Gegen 13 Uhr ging er nach Hause um sich auszuruhen. Um 15:30 Uhr ging ich wieder in den Kreissaal und bekam noch mal dieses Gel und ich bin ein wenig eingedöst. Auf einmal wurde ich wach und hatte heftige Schmerzen! Ich schickte Deinem Papa eine SMS dass ich ihn bräuchte. Er machte sich sofort auf den Weg zu mir – oder schon fast zu uns. Als er da war ging es erst richtig los. Ich musste zur Toilette, ich wollte nicht mehr liegen, konnte nicht mehr laufen. Die Hebamme kam und spritze mir ein Schmerzmittel. Keiner wusste zu dieser Zeit dass wir Dich schon bald in den Arm nehmen können. Deine Tante kam in den Kreissaal. Eigentlich wollte sie mich in meinem Zimmer besuchen und hat mich dann hier gefunden. Im Nachhinein war ich froh dass sie da war, sie hat mir sehr geholfen. Die Schmerzen wurden schlimmer aber hey, jetzt kommt mein Baby! Um 21:24 Uhr warst Du dann da. Die Hebamme legte Dich sofort auf meine Brust und ich konnte es kaum fassen dass es Dich gibt. Es war so toll Dich anfassen zu können. Du hast geweint aber das hab ich kaum gehört. Entweder lag es an den vielen Dingen die mir gespritzt wurden oder dass ich einfach taub vor Glück war. Es war der schönste Moment in meinem Leben – auch wenn Du mir auf den Bauch gekackert hast! Dein Papa durfte die Nabelschnur durchschneiden und dann hat die Hebamme Dich und Deinen Papa weggeholt. Sie haben Dich gemessen - 53 cm, gewogen – 3670 gr und Deinen Kopfumfang gemessen – 33 cm. Dein Papa hat Dir eine Windel und einen Strampler angezogen wärend ich noch versorgt wurde. Da der Kreissaal schnell wieder frei sein musste haben sie uns in einen anderen Raum geschoben. Mir war ganz schwindelig und schlecht. Es war schon anstrengend. Jetzt durfte ich Dich zum ersten Mal an die Brust legen. Du hast sofort angefangen zu trinken, so als ob Du es schon ewig so tun würdest. Um ein Uhr sind wir dann in unser Zimmer gekommen. Ich war so müde und hatte Angst Du würdest mich nicht schlafen lassen. Dem war aber nicht so, Du warst nämlich genauso müde wie ich und wir haben die ganze Nacht durchgeschlafen…
Nun sind wir eine kleine Familie - Du, Papa und ich.